Montag, 23. Januar 2012

Wann ist ein Zeugnis "schlecht"?

In den nächsten Wochen ist es wieder soweit: Die Zwischenzeugnisse zeigen schwarz auf weiß, wie es um die Leistungen der Schüler steht und in manch einer Familie wird über das "schlechte" geklagt. Grund genug, einmal danach zu fragen, was eigentlich ein "schlechtes" Zeugnis ist?
"Schlecht" ist relativ. Natürlich gibt es Noten von 1 bis 6 und 6 ist schlechter als 1, das ist keine Frage. Aber, was für den einzelnen Schüler schlecht ist, muss genau angeschaut werden. Für manche Schüler, die sich in mehreren Fächern von einer 4 oder 5 auf eine 3 oder 4 hochgearbeitet haben, ist das ein gutes Zeugnis. Das heißt, bei den Noten sollten unbedingt auch die Rahmenbedingungen betrachtet werden. Gab es besondere Ereignisse im letzten Schuljahr? Wie ist der Klassendurchschnitt in der Klasse? Ist bekannt, dass der Lehrer besonders hohe Ansprüche stellt?
Vor allem den Großeltern muss möglicherweise erklärt werden, dass ein Schüler nur eine 4 bekommen hat, obwohl er viel gelernt hat, während einem anderen alles zufliegt und er ohne großen Aufwand eine 2 bekommt. Ich habe mich selbst als Schülerin immer sehr über die finanziellen Belohnungen für ein Zeugnis gefreut – bei uns gab es für jede 2 eine D-Mark, das war damals viel Geld und ich war nach der Zeugnisvergabe für meine und damalige Verhältnisse vermögend. Meiner Schwester ging es anders, obwohl sie vermutlich mehr gelernt hat als ich. Heute weiß ich, wie ungerecht diese Noten-Bezahlung ist. Wie wäre es damit, Notenverbesserungen zu belohnen? Das spornt wirklich an – auch die ohnehin guten Schüler. Entscheidend ist, dass die echte Leistung in den Blick genommen wird.
Übrigens: Motivationsforscher halten gar nichts von solchen „externen“ Motivationen, weil Schülern damit abtrainiert wird, für sich selbst zu lernen. Was meinen Sie?

Montag, 16. Januar 2012

Auf das richtige Lob kommt es an

Wer hätte das gedacht: Lob ist nicht gleich Lob! Na gut, das weiß ich nicht erst seit heute. Schon bei der Recherche zu meinem Buch „100 Dinge, die ein Vorschulkind können sollte“ ist mir das aufgefallen. Aber jetzt bin ich über eine Studie gestolpert, in der es um das Lob von Schülern geht.
Es ist nämlich keineswegs gleichgültig, wofür und in welcher Weise ein Kind oder Jugendlicher gelobt wird. Schon bei den Vorschulkindern ist es wichtig, dass sie für konkrete Dinge gelobt werden. Eltern sollten also nicht einfach sagen: „Das hast du aber schön gemalt!“ und das Bild nicht weiter beachten. Sie sollten genau hinschauen, was denn schön gemalt wurde und das herauspicken und loben.

Montag, 9. Januar 2012

Linkshänder, Rechtshänder - oder beides?

Mein letzter Schüler vor Weihnachten war ein besonders kniffliger Schüler. Er hatte das Pech, das er mitten in der zweiten Klasse die Schule wechseln musste und in den Schulen verschiedene Schriften gelehrt wurden. Nun ist er in der dritten Klasse und kommt noch immer mit den Buchstaben durcheinander.
Bis zur letzten Stunde vor Weihnachten dachte ich, das Problem läge nur an den verschiedenen Schriften und dann habe ich ihm eine Malaufgabe gegeben und war überrascht, dass er sie mit der linken Hand geradezu löste. Seine Mutter erinnerte sich finster, dass es möglicherweise schon früher aufgefallen war, dass er mal mit links und mal mit rechts malte oder schrieb.

Montag, 12. Dezember 2011

Lernen in kleinen Portionen… mit Abreißkalendern

Lernen bedeutet, neue Informationen mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen, damit sie möglichst gut abgespeichert werden und wiedergefunden werden können.
Lernen heißt aber auch, sich immer wieder mit dem Gelernten zu beschäftigen, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Mit dem Wissen ist es wie mit Inlinern oder Zeichnen, je öfter man die Fähigkeit nutzt, umso sicherer wird man und umso leichter kann man sie anwenden.
Eine gute Möglichkeit, Lernstoff zu wiederholen oder sich einen Wissenspool aufzubauen, an den man beim Lernen in der Schule anknüpfen kann, bieten Kalender, vor allem Tageskalender. Jedes Mal, wenn man ein Kalenderblatt abreißt, bekommt man eine Aufgabe – zum Wieder(hervor)holen von Dingen, die man bereits gelernt hat oder zum Aufbau eines Wissensvorrats, auf den man zurückgreifen kann. Gleichzeitig wird dabei die Lesefähigkeit trainiert, deshalb eignen sich Tageskalender gerade für jene Schüler, die nicht so gerne lesen und das noch üben müssen.

Montag, 5. Dezember 2011

Adventliches Mathe-Lernen - beim Backen und Basteln

Nun geht es wieder los, das Basteln und Backen für Weihnachten, obwohl man doch eigentlich gar keine Zeit dafür hat. Dieser Blog-Beitrag soll ein kleiner Trost sein und eine Ermutigung, sich Zeit zu nehmen, denn beim Backen und Basteln lernen Ihre Kinder mit viel Spaß ganz nebenbei, Mathematik im Alltag anzuwenden.
Beim Backen geht es schon los: Mehl, Zucker, Butter müssen abgemessen werden – Vor- und Grundschulkinder lernen Maße kennen und bekommen einen Eindruck davon, wie viel 200 Gramm im Verhältnis zur Tüte Mehl oder zur Butterpackung sind. Um das Ganze auch für die Größeren attraktiv zu machen, lassen Sie diese doch das Rezept auf die doppelte Menge umrechnen – so haben Sie gleich Plätzchen als Weihnachtsgeschenk für Tanten, Großeltern, Nachbarn oder Lehrer.

Montag, 28. November 2011

Lernen mit der Lernkartei

Lernkartei zum Selbstgestalten
www.schulwerkstatt-verlag.de
Bei meinem Vortrag zum Thema „Eltern als Lerncoach“ in der letzten Woche gab es doch noch Eltern, die die Lernkartei nicht kannten und nicht wussten, warum sie hilfreich ist und wie sie zu bedienen ist. Dabei eignet sie sich wirklich hervorragend, um Vokabeln, Merkwörter, Einmaleins-Aufgaben und Formeln zu lernen und ich verstehe nicht, warum sie in der Schule nicht viel mehr propagiert wird.Und da beziehe ich mich nicht nur auf wissenschaftliche Untersuchungen, sondern auf eine wirklich interessante eigene Erfahrung. 

Montag, 21. November 2011

Bücher lesen für die Schule - Ganzschriftlektüre

In den letzten Jahren ist die Lektüre eines ganzen Buches im Deutschunterricht selbstverständlich geworden. Zumindest sollte es gelesen werden. Ich weiß gar nicht, wie viele Schüler – selbst Abiturienten – mir schon erklärt haben, dass sie das Buch gar nicht oder nicht ganz gelesen haben. Dank Internet behelfen sie sich meist mit Inhaltsangaben und hangeln sich von Stunde zu Stunde. Und je nach Lehrer fällt das nicht einmal auf.